Eigene Aufkleber, vom ersten Schnitt bis aufs Glas
Aufkleber selber machen ist einer der schönsten Einstiege ins Plotten: schneller Erfolg, kleine Materialmenge und am Ende klebt dein eigenes Motiv auf Laptop, Auto, Flasche oder Schaufenster. Du brauchst dafür keinen Profi-Park, sondern einen Schneideplotter, die passende Vinylfolie und etwas Übertragungsband.
Auf dieser Seite gehen wir der Reihe nach durch: was du brauchst, welche Folie zu welchem Aufkleber passt, der Unterschied zwischen Schneiden und Bedrucken, und wie du dein Motiv sauber überträgst.
Was du zum Aufkleber machen brauchst
Die Grundausstattung ist überschaubar. Diese drei Dinge bilden die Basis für fast jeden Aufkleber:
- Ein Schneideplotter, der die Form aus der Folie schneidet. Die Klinge fährt nur durch die Folie, nicht durch das Trägerpapier.
- Vinylfolie als Material des Aufklebers, einfarbig zum Schneiden oder bedruckbar für eigene Motive.
- Übertragungsband (Transferfolie), mit dem du das fertige Motiv vom Trägerpapier auf den Untergrund holst.
Willst du nicht erst alles einzeln zusammensuchen, gibt es Starterpakete, in denen Plotter, Folie und Zubehör schon aufeinander abgestimmt sind: das Starterpaket Sticker Basis mit Siser Juliet und das Starterpaket Sticker Basis mit Cameo 5. Beide sind genau auf Aufkleber zugeschnitten. Eine Ersatz- oder Standardklinge wie das Roland Messer Standard für Vinyl ist gut als Reserve, denn eine scharfe Klinge entscheidet über sauberen Schnitt.
Welche Vinylfolie passt zu welchem Aufkleber?
Vinylfolie ist nicht gleich Vinylfolie. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob dein Motiv einfarbig ist oder Foto und Verlauf enthält, und welcher Effekt es sein soll. Eine gute Allround-Wahl ist die Metamark Folie, die es glänzend und matt gibt.
Diese Übersicht hilft dir, schnell die richtige Folie zu finden:
| Folie | Schneiden oder Drucken | Effekt | Wofür |
|---|---|---|---|
| Metamark M4 glänzend | Schneiden (einfarbig) | Glatt, glänzend | Schrift, Logos, klassische Aufkleber |
| Metamark M4 matt | Schneiden (einfarbig) | Matt, ohne Glanzlicht | Dezente Wand- und Deko-Aufkleber |
| Bedruckbare Vinylfolie | Drucken, dann schneiden (Print & Cut) | Full-Colour, eigenes Motiv | Fotos, Verläufe, mehrfarbige Sticker |
| Glow in the Dark | Schneiden | Leuchtet im Dunkeln nach | Kinderzimmer, Schalter, Spaßmotive |
| Kreidetafel-Vinylfolie | Schneiden | Beschreibbar wie eine Tafel | Etiketten in Küche und Vorrat |
| Fluor-Vinylfolie | Schneiden | Knallige Neon-Farben | Auffällige Aufkleber, Aktionen |
| Vinyl EFX | Schneiden | Metallic- und Spezialoberflächen | Edle Akzente, besondere Looks |
| Scratch-Off-Vinyl | Schneiden | Rubbelfeld zum Freikratzen | Gutscheine, Rubbelkarten, Spiele |
Für edle Metallic-Oberflächen gibt es noch die Brushed Aluminium Folie mit gebürstetem Look. Das ganze Sortiment findest du in der Kategorie Vinyl, einen Einstieg in die Basis-Stickerfolie bekommst du unter Basis-Stickerfolie.
Schneiden oder bedrucken: was ist der Unterschied?
Es gibt zwei Wege zum fertigen Aufkleber, und welcher passt, entscheidet dein Motiv.
Schneiden nimmst du, wenn dein Motiv aus einer Farbe besteht, also Schrift, ein Logo in einer Farbe oder eine klare Form. Der Plotter schneidet die Kontur aus der einfarbigen Vinylfolie, du ziehst den überflüssigen Rand weg (das nennt man Entgittern) und überträgst das Motiv. Mehrere Farben legst du übereinander aus verschiedenen Folien.
Bedrucken (Print & Cut) nimmst du, wenn dein Motiv ein Foto, einen Farbverlauf oder viele Farben hat. Du druckst dein Motiv erst mit dem Drucker auf bedruckbare Vinylfolie, lässt die Tinte trocknen und lässt den Plotter danach die Kontur genau um das Bild herum schneiden. So bekommst du Full-Colour-Sticker in beliebiger Form.
Bevor es ans Übertragen geht, zeigt Ellen die Basics vom Plotten und Kleben von Vinylfolie:
Mehr Videos rund ums Plotten und um Vinylfolie auf unserem YouTube-Kanal:
- Tipps zum Schneiden und Entgittern von Vinylfolie
- Bedruckbares Vinyl mit Silhouette
- Verschiedene Vinylfolien schneiden mit dem Siser Romeo
- Scratch-Off-Vinylfolie
So überträgst du deinen Aufkleber
Hast du das Motiv geschnitten, kommt der Teil, bei dem viele am Anfang zögern. Mit dieser Reihenfolge sitzt der Aufkleber sauber:
- Entgittern. Ziehe alle Folienteile weg, die nicht zum Motiv gehören. Bei feinen Linien hilft ein Entgitterhaken oder eine Pinzette.
- Übertragungsband auflegen. Lege die Transferfolie über das Motiv und reibe sie mit einem Rakel oder einer Plastikkarte gut fest.
- Trägerpapier abziehen. Ziehe das Papier flach und langsam ab, sodass das Motiv am Band hängen bleibt.
- Auf den Untergrund setzen. Untergrund sauber und fettfrei machen, Band aufsetzen, ausrichten und fest andrücken.
- Band abziehen. Ziehe das Übertragungsband vorsichtig in einem flachen Winkel ab. Der Aufkleber bleibt sitzen.
Tipp: Bei bedruckbarer Folie lässt du die Tinte erst richtig trocknen, bevor du schneidest und überträgst. Soll der bedruckte Aufkleber Wasser und Abrieb aushalten, schützt eine Laminierschicht den Druck.
Farben vorher prüfen
Am Bildschirm sieht eine Farbe oft anders aus als auf der Folie, gerade bei matten Tönen und Metallic. Wenn die Farbe stimmen muss, etwa bei einem Logo, lohnt sich ein Blick auf eine echte Farbkarte. Für die Metamark M4 Serie gibt es die Farbkarte und die Farbpalette, für die Spezialfolie die Farbkarte R-Tape Vinyl EFX.
Häufige Fragen zum Aufkleber selber machen
Im Kern brauchst du drei Dinge: einen Schneideplotter, Vinylfolie und ein Übertragungsband (Transferfolie). Für einfarbige Motive reicht das schon. Willst du gleich loslegen, gibt es Starterpakete mit Plotter, Folie und Zubehör in einem Set. Für eigene Fotos und Verläufe nimmst du bedruckbare Vinylfolie und deinen Drucker dazu.
Für geschnittene Aufkleber mit Schrift und einfarbigen Formen nimmst du selbstklebende Vinylfolie, glänzend oder matt. Für Motive mit Foto, Farbverlauf oder vielen Farben nimmst du bedruckbare Vinylfolie, die du erst druckst und dann ausschneidest. Daneben gibt es Spezialfolien wie Glow in the Dark, Kreidetafel oder Fluor für besondere Effekte.
Beim Schneiden plottet die Klinge die Form aus einer einfarbigen Folie, du entgitterst den Rest und überträgst das Motiv. Beim bedruckbaren Vinyl druckst du erst dein Full-Colour-Motiv auf die Folie und schneidest danach mit der Print-and-Cut-Funktion die Kontur aus. Schneiden ist ideal für Logos und Text, Drucken für Bilder und Farbverläufe.
Nach dem Entgittern legst du das Übertragungsband (Transferfolie) auf das Motiv und reibst es mit einem Rakel fest. Dann ziehst du das Trägerpapier ab, sodass der Aufkleber am Band hängt, setzt ihn auf den sauberen Untergrund und reibst wieder fest. Zum Schluss ziehst du das Band vorsichtig ab und das Motiv bleibt sitzen.
Geschnittene Vinylaufkleber sind robust und vertragen Feuchtigkeit gut, weil das Vinyl selbst nicht aufsaugt. Bei bedruckten Aufklebern hängt es von Drucker und Tinte ab: mit einer Laminierschicht oder einer schützenden Decklaminat-Folie machst du den Druck deutlich widerstandsfähiger gegen Wasser und Abrieb.
Farben wirken am Bildschirm anders als in echt. Wenn die Farbe genau stimmen muss, zum Beispiel für ein Logo, schau dir vorher eine Farbkarte an. Für die Metamark M4 Serie gibt es eine Farbkarte und eine Farbpalette, für die R-Tape Vinyl EFX Folie eine eigene Farbkarte.
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